In dieser Podcastfolge von „(Ein) Blick voraus“ stellt Kaori Sohar-Yasuda ihre Forschung zum Einsatz großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) im japanischen Sprachunterricht vor. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der Potentiale und Grenzen KI-gestützten Sprachenlernens. Während LLMs bei der Verarbeitung komplexerer Texte häufig überzeugende Leistungen erbringen, zeigen sie deutliche Schwächen im Umgang mit Texten auf dem Sprachniveau A1. In diesen Fällen erzeugen die Modelle nicht nur grammatische Fehler, sondern bewerten diese mitunter sogar fälschlicherweise als korrekt. Zugleich verdeutlicht die Studie Bereiche, in denen LLMs einen sinnvollen Beitrag zum Fremdsprachenunterricht leisten können, etwa bei der Erstellung von Wortschatzlisten oder als Gesprächspartner für sprachpraktische Übungen.
Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass LLMs ein erhebliches Potential besitzen, den Fremdsprachenunterricht sinnvoll zu ergänzen. Sie können jedoch weder die didaktische und sprachliche Expertise noch die interkulturelle Kompetenz und das kritische Urteilsvermögen von Lehrkräften ersetzen. Vielmehr unterstreicht die zunehmende Integration von KI in Bildungsprozesse die wachsende Bedeutung dieser professionellen Kompetenzen.